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Wanzen sind zwar nicht so populär wie ein Marienkäfer. Doch mit dessen prächtiger rot-schwarzen Färbung können sie allemal mithalten, zumindest die Ritterwanze, die das Kuratorium Insekt des Jahres für 2007 ausgewählt hat. Das Gremium aus namhaften Insektenforschern möchte mit seiner Entscheidung vor allem das schlechte Image aufmöbeln, das den 1 000 mitteleuropäischen Wanzenarten anhaftet – wegen des Blutsaugers im Kopfkissen.
Die Bettwanze hat die gesamte Insektengruppe in Verruf gebracht, dabei lebt nur eine Handvoll der bekannten Arten parasitisch. Die meisten ernähren sich von Pflanzensäften – so auch die Ritterwanze. Lygaeus equestris, wie das Insekt des Jahres im Fachjargon heißt, ist leicht zu verwechseln mit der ähnlich gefärbten Feuerwanze, die Stadtbewohnern gut bekannt sein dürfte. Unter Linden oder Rosskastanien bevölkern an warmen Tagen oft Hunderte dieser Tiere den Boden. Keine Bange, denn Feuerwanzen sind ebenfalls Pflanzensauger. Auch wenn sie in Massen auftreten, verursachen sie keine nennenswerten Schäden. Typisch für viele Wanzen ist ihr Geruch, der sehr unangenehm und stechend sein kann. Die Ritterwanze dagegen verbreitet aber eher einen dezenten und angenehmen Duft. Dieses Odeur lockt Sexualpartner an, wehrt aber auch Feinde ab und signalisiert neben der rot-schwarzen Färbung, dass man ungenießbar ist. „Die Ritterwanze ist nämlich ein Feinschmecker, der giftige Speisen bevorzugt”, sagt Holger Dathe vom Deutschen Entomologischen Institut. Für die Larven sind die Weiße Schwalbenwurz und das Frühlings-Adonisröschen die einzigen Wirtspflanzen – beide toxisch und nur auf Trockenrasen oder in lichten Wäldern zu finden, etwa auf Rügen und in den Mittelgebirgen. In Österreich kommt die Ritterwanze häufiger vor als in Deutschland. Hierzulande ist sie zwar seltener geworden, aber nicht vom Aussterben bedroht.
von Tim Bartels
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